Die medizinische Wirkungsweise der Behandlungsmethode
Die Ursache der Schmerzen bei Wirbelsäuleerkrankungen: Schmerzen
aufgrund einer Erkrankung der Wirbelsäule bzw. der Bandscheiben sind
sehr häufig und sie verschwinden oft auch nach einer Operation nicht.
Die Anschauung, dass die Schmerzen aufgrund einer mechanischen Irritation
der Nervenwurzel ausgelöst werden, scheint daher veraltet.
Die Wirbelsäule besteht aus 34 Wirbelknochen und den dazwischen
liegenden Bandscheiben. Sie sind die Stoßdämpfer der Wirbelsäule.
Damit sie diese Funktion gut ausführen können, bestehen die
Bandscheiben aus Faserknorpel mit einem gallertartigen Kern. Dieser Kern,
in der Fachsprache Nucleus pulposus genannt, ist besonders wichtig, weil
er den Druck, der auf den Bandscheiben liegt, gleichmäßig verteilt.
Bei einem Bandscheibenvorfall tritt der Geleekern aus der Bandscheibe
aus. Dadurch wird ein verstärkter Druck auf die Nerven ausgeübt,
die in dem betroffenen Bereich liegen. Bisher nahm man an, dass diese
Druckerhöhung auf die Nerven die Schmerzen auslösen. Diese Erklärung
allein ist aber nicht ausreichend.
Außer der Druckerhöhung kommt es nämlich auch zu einer
Übersäuerung (Acidose) des Gewebes und zu einer vermehrten Einlagerung
von Wasser (Ödeme) in das betroffene Gebiet. Durch diesen Prozess
sinkt die Durchblutung des Nerves selbst. Die Schmerzreize können
nicht mehr verarbeitet werden mit der Folge, dass die Schmerzen des Patienten
steigen. Ein Vorgang, der zeigt: Nicht die Größe des Bandscheibenvorfalls
ist ausschlaggebend für den Schmerz, sondern die mangelhafte Durchblutung.
Wobei der Schmerz jedoch nicht nur im Bereich der erkrankten Nervenwurzel
empfunden wird, er kann auch in das gesamte Ausbreitungsgebiet des Nerves
ausstrahlen. Dieser ausstrahlende Schmerz entlang der Nervenbahnen kann
dem Arzt einen Hinweis darauf geben, welches Segment der Wirbelsäule
betroffen ist.
Einige Beispiele:
Ist die Halswirbelsäule betroffen, so kann es zu Kopfschmerzen,
Kribbeln entlang der Arme bis in die Fingerspitzen, Schmerzen im Schulter-Nackenbereich,
Kraftminderung der Arme, oder Bewegungseinschränkungen der Arme
kommen.
Bei der Brustwirbelsäule finden sich häufig ringförmige
Thoraxschmerzen, die nicht selten als Herzschmerzen fehlinterpretiert
werden.
Im Bereich der Lendenwirbelsäule empfinden die Patienten u.a.
Kreuzschmerzen, Taubheitsgefühle im Po und in den Beinen sowie
ausstrahlende Schmerzen in die Beine oft verbunden mit Koordinationsstörungen.
Wirkungsweise und Indikation der Kochsalz-Therapie: Mit der Injektion
von Kochsalzlösung tritt auch bei Patienten, bei denen schulmedizinische
Maßnahmen bis zu einer Operation nicht geholfen haben, eine starke
Verbesserung der Situation ein. Entdeckt wurde diese Wirkung bei der Behandlung
von Schmerzpatienten mit Lokalanästhetika. Diese lokalen schmerzbetäubenden
Mittel wurden mit Kochsalzlösung verdünnt. Da es einige Patienten
gab, die gegen das Anästhetikum allergisch waren, wurde nur Kochsalzlösung
injiziert. Dennoch trat auch bei diesen Menschen ein schmerzlindernder
Effekt ein.
Inzwischen wurde diese Behandlungsmethode weiterentwickelt. Dabei wird
davon ausgegangen, dass bei der Injektion von Kochsalzlösung an die
Nervenwurzel das Gewebe abschwillt und die Übersäuerung (Acidose)
sofort zurückgeht. Die Durchblutung der Nerven normalisiert sich
und die Regeneration des Nerves und der Versorgungsgebiete des Nerves
beginnt.
Eine Behandlung mit Kochsalzinjektionen kann bei sämtlichen Erkrankungen
der Wirbelsäule, bei Migräne, Schwindel und Tinnitus, aber auch
beim Schulter-Arm-Syndrom, hartnäckigen Muskelverspannungen und Coxarthrose
erfolgen. Erfolgreich eingesetzt werden sie auch bei Rheuma.
Die Durchführung der Behandlung: Der Patient muss vor der Behandlung
gründlich neurologisch und chirotherapeutisch untersucht werden.
Dabei werden die gestörten Wirbelsäulensegmente aufgespürt.
Die Injektionen, 24 bei jeder Sitzung, werden dann in den Bereich der
Nervenwurzel direkt auf beiden Seiten an die Wirbelsäule gesetzt.
Man benutzt sehr feine Nadeln. Die Lösung, jeweils ca. 1 ml, werden
in eine Tiefe von 4-6 cm gespritzt. Der Behandlungsumfang beträgt
bei einer Basisbehandlung 12 Sitzungen.. Bei schweren Krankheitsfällen
werden nach ca. 3 Monaten noch einmal 4-6 Sitzungen notwendig.
Prognose und Ausblick: Um eine vollständige Heilung zu erreichen,
braucht der Körper etwas Zeit. Dennoch nehmen akute Schmerzen schon
nach wenigen Sitzungen ab. In der Regel dauert es nach Beendigung der
Therapie jedoch bis zu 12 Wochen, bis sich die Beschwerden endgültig
zurückgebildet haben.
Die Zeit, die der Körper zur Regeneration braucht, ist individuell
sehr unterschiedlich. Der Patient muss den Körper dabei unterstützen.
Eine Reizung der Nerven während dieser Zeit sollte möglichst
vermieden werden. Das bedeutet, schwere körperliche Belastungen,
gymnastische Übungen, Chirotherapie oder Krankengymnastik sollten
ausgesetzt werden. Später ist aber eine sinnvolle sportliche Betätigung
wichtig, um die Rücken- und Bauchmuskulatur zu stärken und so
die Wirbelsäule zu entlasten.
Eine Überdosierung ist nicht möglich, genauso wenig wie eine
direkte Schädigung des Nervs. Häufig kann durch die Injektionen
eine Operation vermieden werden.
Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten dieser Behandlung
nicht. Trotzdem lohnt es sich immer, bei Ihrer Kasse nachzufragen.